Hinweis: Die Informationen in diesem Beitrag geben einen ersten Überblick und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie können ein ausführliches und individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. TX-Partner übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit dieser Informationen.
DAC8 ist seit Januar 2026 aktiv. Krypto-Börsen melden jetzt automatisch an Finanzämter. Das bedeutet: Die Daten, die du in deinem Krypto-Steuertool hast, werden künftig mit den Daten abgeglichen, die das Finanzamt von den Börsen erhält. Stimmen sie nicht überein, kann es Rückfragen geben.
01 Was ist DAC8?
DAC8 (Directive on Administrative Cooperation 8) ist eine EU-Richtlinie, die Krypto-Dienstleister verpflichtet, Transaktionsdaten automatisch an Finanzbehörden zu melden.
Die Daten werden nicht nur an das lokale Finanzamt gemeldet, sondern EU-weit zwischen den Mitgliedstaaten ausgetauscht. Wenn du in Österreich lebst und auf einer in Litauen ansässigen Börse handelst, erhält das österreichische Finanzamt diese Daten.
Quelle: EU-Amtsblatt, Directive (EU) 2023/2226
DAC8 in Kürze:
EU-weite Richtlinie
Betrifft alle EU-Länder und Krypto-Dienstleister, die in der EU operieren.
Automatischer Austausch
Daten werden automatisch zwischen Finanzämtern verschiedener EU-Länder geteilt.
Regulierte Dienstleister
Betrifft primär CEX wie Binance, Kraken, Coinbase – nicht DeFi-Protokolle.
Breite Erfassung
Käufe, Verkäufe, Tausche und Transfers werden erfasst – unabhängig vom Betrag.
02 Die Timeline
Okt 2023
DAC8 verabschiedet
Jan 2026
Meldepflicht aktiv
2027
Erste Meldungen
Quelle: Europaeischer Rat, Pressemitteilung Oktober 2023
Seit Januar 2026 werden Daten gesammelt. Die ersten Meldungen an Finanzämter erfolgen 2027 für das Berichtsjahr 2026. Das heißt: Alle Transaktionen, die jetzt auf regulierten Börsen stattfinden, fließen in den ersten Bericht ein.
03 Was wird gemeldet?
Krypto-Dienstleister melden folgende Informationen:
- Persönliche Daten – Name, Adresse, Geburtsdatum, Steuer-Identifikationsnummer
- Transaktionen – Käufe, Verkäufe, Tausche und deren Gegenwerte in Fiat
- Wallet-Transfers – Ein- und Auszahlungen auf und von der Börse
- Bestände – Krypto-Guthaben zum Jahresende
Quelle: EU-Kommission, DAC8 Taxation and Customs
Was NICHT gemeldet wird (aber sichtbar ist)
DeFi-Protokolle und selbst gehostete Wallets fallen nicht direkt unter DAC8. Aber: On-Chain-Transaktionen sind öffentlich einsehbar. Wenn du von einer Börse auf ein eigenes Wallet überweist, sieht die Börse diese Auszahlung und meldet sie.
Das erzeugt eine Lücke: Die Börse meldet den Transfer. Was danach mit den Coins passiert – DeFi-Swaps, Liquidity Pools, Bridge-Transfers – erscheint nicht im Bericht der Börse. Das Finanzamt sieht also eine Auszahlung, aber keine Erklärung, was danach passiert ist. Diese Lücke muss die eigene Krypto-Dokumentation schließen.
04 Die Logik-Kette: Warum die Krypto-Dokumentation entscheidend ist
Um zu verstehen, warum DAC8 die Krypto-Dokumentation so relevant macht, hilft ein Blick auf die chronologische Abhängigkeit:
Die Reihenfolge:
Krypto-Dokumentation
Die Transaktionshistorie im Krypto-Steuertool – On-Chain-Aktivitäten, Börsen-Trades, DeFi, Staking. Alles gesammelt an einem Ort.
Steuerberechnung
Das Krypto-Steuertool berechnet Gewinne und Verluste auf Basis dieser Daten. Der Steuerberater erstellt die Erklärung darauf.
Compliance
Das Finanzamt vergleicht die Steuererklärung mit den DAC8-Meldedaten der Börsen. Stimmt alles überein, gibt es kein Problem.
Wenn die Krypto-Dokumentation unvollständig oder fehlerhaft ist, wird jede Steuerberechnung auf dieser Basis falsch sein. Und alles in Richtung Compliance wird Widersprüche zeigen – genau die Widersprüche, die durch den DAC8-Abgleich sichtbar werden.
Insbesondere Herkunftsnachweise für Banken setzen eine lückenlose Krypto-Dokumentation voraus.
05 Der Abgleich: Was konkret passiert
Das Finanzamt erhält strukturierte Daten von den Börsen. Diese werden mit der Steuererklärung verglichen. Konkret sieht das so aus:
Eine Börse meldet beispielsweise: Konto X hat im Jahr 2026 Verkäufe im Wert von 50.000 Euro getätigt. Die Steuererklärung von Konto X weist aber nur 10.000 Euro an Krypto-Erlösen aus. Diese Diskrepanz fällt auf und kann eine Rückfrage auslösen.
Das bedeutet nicht, dass jede Abweichung problematisch ist. Viele Transaktionen sind steuerlich neutral (z.B. Transfers zwischen eigenen Wallets). Aber: Wer keine nachvollziehbare Dokumentation hat, kann das im Zweifel nicht belegen.
Mögliche Szenarien:
Szenario 1: Daten stimmen überein
Deine Steuererklärung passt zu den gemeldeten Daten. Kein Problem.
Szenario 2: Diskrepanzen
Das Finanzamt sieht mehr als du angegeben hast. Rückfragen können folgen. Du brauchst Belege.
Szenario 3: Keine Erklärung abgegeben
Das Finanzamt sieht Aktivität, aber keine Erklärung. Das kann problematisch sein.
06 Vorbereitung: Was jetzt zu tun ist
DAC8 ändert nicht, was du tun solltest – es macht die Konsequenzen sichtbarer. Die Grundlage bleibt: eine vollständige, nachvollziehbare Krypto-Dokumentation.
Schritt 1: Vollständigkeit prüfen
Sind alle Börsen und Wallets im Krypto-Steuertool erfasst? In der Praxis fehlen häufig ältere Börsen-Accounts, DeFi-Wallets oder kleinere Plattformen, die zwischenzeitlich geschlossen wurden. Jede Lücke kann zu Diskrepanzen im DAC8-Abgleich führen.
Schritt 2: Fehler im Tool identifizieren
Negative Bestände, fehlende Zuordnungen oder falsche Klassifizierungen sind typische Fehler in Krypto-Steuertools. Sie wirken sich direkt auf die Steuerberechnung aus. Je mehr Transaktionen, Wallets und Jahre betroffen sind, desto wahrscheinlicher sind solche Fehler.
Schritt 3: Belege sichern
CSV-Exports von Börsen, Transaktionshistorien und Wallet-Verbindungen sollten regelmäßig gesichert werden. Börsen ändern Exportformate oder stellen den Betrieb ein. Wer die Daten nicht rechtzeitig sichert, kann sie im Nachhinein unter Umständen nicht mehr beschaffen.
TX-Partner Krypto-Dokumentation
TX-Partner hat sich auf genau diese Aufbereitung spezialisiert: die Transaktionshistorie im Krypto-Steuertool vollständig, korrekt und nachvollziehbar machen – Audit-Ready für Steuerberater und Finanzamt.
- Alle Wallets und Börsen erfassen – auch DeFi, Bridges, Multi-Chain
- Lücken in der Transaktionshistorie schließen – fehlende Transfers, unbekannte Einzahlungen
- Fehler in Krypto-Steuertools korrigieren – negative Bestände, falsche Zuordnungen
- Saubere Krypto-Dokumentation – belastbar bei DAC8-Abgleich und Finanzamt-Rückfragen
07 DeFi, NFTs und Self-Custody: Was DAC8 nicht abdeckt
DAC8 erfasst primär regulierte Krypto-Dienstleister. Aber ein wachsender Teil der Krypto-Aktivitäten findet außerhalb dieser Plattformen statt, und genau dort entstehen die größten Dokumentationslücken.
DeFi-Transaktionen
Swaps auf dezentralen Börsen wie Uniswap oder Jupiter, Lending auf Aave, Liquidity Pools auf Curve – nichts davon wird von einer regulierten Börse gemeldet. Trotzdem sind diese Transaktionen steuerlich relevant.
Das Grundproblem: Eine Börse meldet die Auszahlung an dein Wallet. Was danach passiert – Token-Swaps, Yield Farming, Bridge-Transfers zwischen Chains – erscheint im DAC8-Bericht nicht. Das Finanzamt sieht eine Auszahlung ohne erkennbare Rückführung. Diese Lücke muss die eigene Krypto-Dokumentation schließen.
DeFi-Dokumentationslücken – Beispiele:
Uniswap/Jupiter Swaps
Token-Tausch findet on-chain statt. Die Börse sieht nur den Abfluss, nicht den Swap.
Liquidity Pools
LP-Token, Impermanent Loss und Rewards müssen manuell dokumentiert werden.
Cross-Chain Bridges
Assets wechseln die Chain – die Verknüpfung muss in der Dokumentation hergestellt werden.
Wrapped Tokens
WETH, wBTC und andere Wrapped Assets erzeugen zusätzliche Transaktionen, die korrekt zugeordnet werden müssen.
NFTs
NFT-Transaktionen fallen ebenfalls nicht unter die DAC8-Meldepflicht regulierter Börsen. Käufe und Verkäufe auf Marktplätzen wie OpenSea, Magic Eden oder Blur sind steuerlich relevant – aber erscheinen nicht in den Börsenberichten. Wer NFTs hält, muss die Dokumentation eigenständig führen: Kaufpreis, Verkaufserlös, Minting-Kosten und eventuelle Royalties.
Self-Custody Wallets
Hardware Wallets und selbst gehostete Software-Wallets unterliegen keiner Meldepflicht. Aber: Jede Interaktion zwischen einer regulierten Börse und einem eigenen Wallet wird auf Seiten der Börse dokumentiert. Die Herausforderung liegt darin, den vollständigen Transaktionspfad nachvollziehbar zu machen – von der Börse über das Wallet bis zur eventuellen Rückführung.
08 Deutschland und Österreich: Unterschiede im Kontext von DAC8
DAC8 ist eine EU-weite Richtlinie, aber die steuerliche Behandlung von Krypto-Assets unterscheidet sich zwischen den Ländern. Die gemeldeten Daten sind identisch – die steuerlichen Konsequenzen nicht.
Länder-Vergleich:
Deutschland
- • Zuständig: BZSt (Bundeszentralamt für Steuern)
- • Haltefrist: 1 Jahr (privates Veräußerungsgeschäft)
- • Nach 1 Jahr: steuerfrei (§ 23 EStG)
- • Freigrenze: 1.000 € pro Jahr (seit 2024)
Österreich
- • Zuständig: BMF (Bundesministerium für Finanzen)
- • Keine Haltefrist seit März 2022
- • Steuersatz: 27,5 % KESt auf Krypto-Gewinne
- • Verlustvortrag: möglich innerhalb gleicher Einkunftsart
Für die Krypto-Dokumentation bedeutet das: Dieselben DAC8-Meldedaten haben in Deutschland und Österreich unterschiedliche steuerliche Auswirkungen. Die Dokumentation muss an das jeweilige Steuersystem angepasst sein – die korrekte Erfassung der Transaktionshistorie ist in beiden Fällen die Grundlage.
Quelle: BMF Österreich, EStG Deutschland. Stand: Februar 2026. Keine Steuerberatung – individuelle Fälle bitte mit dem Steuerberater klären.
Häufige Fragen zu DAC8
Was ist DAC8?
DAC8 (Directive on Administrative Cooperation 8) ist eine EU-Richtlinie, die Krypto-Dienstleister seit Januar 2026 verpflichtet, Transaktionsdaten automatisch an Finanzbehörden zu melden. Die Daten werden EU-weit zwischen Finanzämtern ausgetauscht.
Seit wann ist DAC8 aktiv?
Die Meldepflicht gilt seit 1. Januar 2026. Die ersten Datenmeldungen an Finanzämter erfolgen 2027 für das Berichtsjahr 2026.
Was wird unter DAC8 gemeldet?
Krypto-Börsen und -Dienstleister melden: Name, Adresse, Steuernummer der Nutzer, sowie Transaktionen über bestimmten Schwellenwerten – Käufe, Verkäufe, Tausche, Überweisungen.
Was bedeutet DAC8 für meine Krypto-Dokumentation?
Das Finanzamt erhält jetzt strukturierte Daten von Börsen. Diese werden mit deiner Steuererklärung verglichen. Wenn Diskrepanzen auftauchen, kann es Rückfragen geben. Eine vollständige, fehlerfreie Krypto-Dokumentation ist daher wichtiger denn je.
Betrifft DAC8 nur zentrale Börsen?
Die Meldepflicht betrifft primär regulierte Krypto-Dienstleister (CEX wie Binance, Kraken, Coinbase). DeFi-Protokolle und selbst gehostete Wallets fallen nicht direkt unter DAC8 – aber On-Chain-Transaktionen sind öffentlich einsehbar.
Was passiert bei Diskrepanzen zwischen DAC8-Daten und Steuererklärung?
Wenn die gemeldeten Börsendaten nicht mit der Steuererklärung übereinstimmen, kann das Finanzamt Rückfragen stellen. Das ist nicht automatisch ein Problem – viele Transaktionen sind steuerlich neutral. Aber es braucht eine nachvollziehbare Dokumentation, um das zu belegen.
Was ist mit DeFi-Transaktionen, die nicht von DAC8 erfasst werden?
DeFi-Aktivitäten fallen nicht direkt unter DAC8. Aber: Wenn eine Börse eine Auszahlung an ein Wallet meldet und keine Rückführung dokumentiert ist, entsteht eine Erklärungslücke. Die eigene Krypto-Dokumentation muss diese Lücke schließen.
Werden NFT-Transaktionen unter DAC8 gemeldet?
NFT-Transaktionen auf dezentralen Marktplätzen wie OpenSea oder Magic Eden werden nicht direkt durch DAC8 erfasst. Sie sind dennoch steuerlich relevant und müssen eigenständig dokumentiert werden – inklusive Kaufpreis, Verkaufserlös und Minting-Kosten.
Gibt es Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich bei DAC8?
Die DAC8-Meldepflicht ist EU-weit identisch. Die steuerliche Behandlung unterscheidet sich aber: In Deutschland gilt eine 1-Jahres-Haltefrist mit Steuerfreiheit. In Österreich gibt es seit 2022 keine Haltefrist mehr – dafür einen fixen KESt-Satz von 27,5 %. Die Krypto-Dokumentation muss an das jeweilige Steuersystem angepasst sein.
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